tesla salon
öffentliches nachdenken über gegenwartskunst, präsentation und diskussion aktueller projekte und positionen

do. 02. nov. 2006 | 20:30 h | gespräch und video

reality-fictions

videopräsentation neuer politischer dokumentationen und gespräch mit joanne richardson.

'medien zu infiltrieren bedeutet, neue inhalte und meinungen in den mainstream des bewusstseins einzuspeisen -- nicht die endgültige wahrheit, die eindeutige nachricht oder die richtige repräsentation, sondern fragmente, fragen und keimzellen für eine wachsende aufmerksamkeit.'
[joanne richardson]

joanne richardson [rumänien/usa]
geboren in bukarest, aufgewachsen in new york.
studium in philosophie & kulturwissenschaften an der new york universität und der duke universität.
lebt seit 4 jahren in rumänien, ungarn und kroatien.

gründerin der d media association in rumänien, einer digitalen demokratie-ngo, die workshops über hybrid radio, digitales video, streaming und open source software organisiert und das lokale net.radio sowie eine videogruppe koordiniert. mitglied des herausgeberkollektivs von indymedia romania, herausgeberin des subsol webzine. autorin von werken und artikeln, u.a. über neuere soziale bewegungen, immaterielle arbeit und informelle märkte, die krise der taktilen medien.

subsol.c3.hu

di. 07. nov. 2006 | 20:30 h | gespräch

reboot fm 2.0

initiative für ein unabhängiges berliner kulturradio als plattform und verstärker der örtlichen medienkultur.


do. 09. nov. 2006 | 20:30 h | gespräch

global contentifier -- utopie im städtischen praxistest

gespräch mit thom kubli.

thom kubli stellt sein neues projekt the global contentifier vor, das er während seiner projektresidenz bei tesla entwickelt. die urbaneskulptur ist eine art wunschmaschine für politische anliegen jeder art: die geäußerten wünsche werden in einen datenkreislauf eingegeben, der sie in einer festgelegten route durch die stadt pulsieren lässt.

thom kubli diskutiert, inwieweit die arbeit global contentifier als künstlerische intervention in eine städtische realität eingreift. in welchem verhältniss zum urbanen raum agiert die hybride wunschmaschine und unter welchen umständen kommt eine weiterführende soziale interaktion zu stande?

zur zeit arbeitet thom kubli im open studio am global contentifier: das publikum ist eingeladen, seine entwürfe zu diskutieren und erste eingaben ins system zu machen.

mehr infos zum open studio

www.khm.de/~kubli/contentifier

fr. 10. nov. 2006 | 15:00 bis 17:00 uhr

new media roadtrip

22 studenten der cinema & media studies am carleton college [usa] machten während ihres zehnwöchigen new-media-roadtrip station in new york, london, amsterdam und berlin. schwerpunkt dabei war die erkundschaftung von digitaler kunst und neuen medien. unter anleitung ihres professors john schott setzten sie ihre erlebnisse in eigene werke um. bei tesla werden die dabei entstandenen arbeiten präsentiert. sie umfassen mehrfachprojektionen, led -kleidung, google earth sketch ups, gefakte websites, gps walks und eine vj -performance.

www.newmediaroadtrip.com



!!!der tesla salon mit ghislaine boddington und armand terruli [uk] über die performance research plattform bodydataspace fällt leider aus: wegen nebel in lissabon können die referenten nicht rechtzeitig in berlin sein.!!!


di. 14. nov. 2006 | 20:30 h

salon art/science 4: bodydataspace

ghislaine boddington und armand terruli [uk] über die performance research plattform bodydataspace und über das online-archiv von shinkansen, london.

bodydataspace b>d>s wurde im april 2005 von ghislaine boddington und armand terruli gegründet. b>d>s und seine kooperationspartner bilden ein team von spezialisten aus den bereichen performance, video, technikentwicklung und architektur. die arbeit baut auf das fachwissen über performance, technologie und interaktivität auf, das in den 1990er jahren von shinkansen/future physical entwickelt wurde.

b>d>s arbeitet an der schnittstelle von körper, technologie und architektonischem raum. die gruppe entwickelt inhalts- und gesellschaftsbezogene, innovative projekte. b>d>s konzentriert sich auf die einbindung von publikum und performern in echtzeit-environments. die inhalte zielen auf die erweiterung der wahrnehmung und fördern die sensibilität für relativität, identität, gedächtnis, berührung und präsenz. b>d>s stellt den menschlichen körper ins zentrum seiner digitalen interaktion.

www.bodydataspace.net/

do. 16. nov. 2006 | 20:30 h | gespräch

klangapparate 2: das trautonium -- frische farben für einen alten apparat

frank gertich im gespräch mit thilges + wolfgang müller.

der salon befasst sich mit dem trautonium. das zuerst 1930 vorgestellte und dann von seinem einzigen interpreten oskar sala zum 'mixtur-trautonium' weiterentwickelte elektrische musikinstrument steht heute in verschiedenen nachbau-fassungen zur verfügung. eine kommerzielle variante verwenden thilges [nik hummer und gammon] für ihre räumliche interpretation der subharmonischen klangsynthese, ein work-in-progress im rahmen ihrer tesla-projektresidenz; wolfgang müller bespielt das trautonium 2000 mit seinem selbstbau-bandmanual. in diesem breiten spektrum zwischen instrumentaler interpretation und spazialer subharmonie sucht das salongespräch nach brauchbaren referenzpunkten.

klangapparate -- maschinen, die klingen: als 'selbstspiel-instrumente' sind sie den klassischen mechanischen musikinstrumenten wie pianola oder jahrmarktsorgel verwandt. oft stammen konstruktion und musikalisch-klangliche gestaltung aus einer hand; künstler und apparat bilden zusammen eine einheit vom typ 'composer-performer'. das muss aber nicht so bleiben. viele klangapparate sind -- ganz wie herkömmliche musikinstrumente -- im prinzip offen für eine nutzung durch andere musiker/klangkünstler. dem künstlerischen potential solcher neubespielungen widmen sich drei tesla-salons zum thema 'klangapparate'.

di. 21. nov. 2006 | 20:30 h | lesung

cd-release: pressplay die anthologie der freien hörspielszene

live-präsentation, lesung mit mia frimmer und dj.

do. 30. nov. 2006 | 20:30 h | gespräch

klangapparate 3: instrument oder apparat?

frank gertich im gespräch mit uli aumüller + erwin stache

im mittelpunkt des salongespräch steht das player piano, das selbstspielklavier. die ab 1949 entstandenen 51 studies des amerikanischen komponisten conlon nancarrow (1912-1997) sind die neuen 'standardwerke' auf diesem instrument, das zuvor fast ausschließlich im rahmen von film- und unterhaltungsmusik zur verwendung kam.

der berliner filmemacher uli aumüller hat 1993 nancarrow in seinem atelier in mexico city besucht; der damals entstandene film musik für 1000 finger wird im rahmen von elektroakustische musik hören bei tesla um 18:00 h gezeigt. der grimmaer musiker erwin stache verwendet in seinen konzertauftritten und installationen selbstkonstruierte selbstspielinstrumente.

im spannungsfeld von klangapparat und musikinstrument sucht das gespräch nach anschlusspunkten für die aktuelle musikalische praxis.

klangapparate -- maschinen, die klingen: als 'selbstspiel-instrumente' sind sie den klassischen mechanischen musikinstrumenten wie pianola oder jahrmarktsorgel verwandt. oft stammen konstruktion und musikalisch-klangliche gestaltung aus einer hand; künstler und apparat bilden zusammen eine einheit vom typ 'composer-performer'. das muss aber nicht so bleiben. viele klangapparate sind -- ganz wie herkömmliche musikinstrumente -- im prinzip offen für eine nutzung durch andere musiker/klangkünstler. dem künstlerischen potential solcher neubespielungen widmen sich drei tesla-salons zum thema klangapparate.

do. 14. dez. 2006 | 20:30 h | gespräch

chor[e]ographie

gespräch mit gabriele brandstetter, klub lawrence malstaf, jo fabian und detlev schneider.

die tanzwissenschaftsprofessorin gabriele brandstetter und detlev schneider diskutieren mit lawrence malstaf und jo fabian über räume, die das publikum animieren, sich selbst zu choreographieren -- die idee eines tanzes ohne tänzer.

fr. 15. dez. 2006 | 18:00 h

aktuell im goldenen schnitt: von selbstausbeutung zur neuen ökonomie.

zur wirtschaftlichen lage der künstler

diskussion mit prof. barbara kisseler [chefin der senatskanzlei, berlin], dr. cornelia dümcke, [kulturökonomin und kulturberaterin, www.cultureconcepts.de], charles guillaume [abt. zbf bei der arbeitsagentur]

moderation: elisabeth nehring [freie journalistin, u.a. deutschlandfunk, wdr, ballet-tanz]

tanz made in berlin präsentiert in diesen tagen die ästhetische vielfalt des tanzes in berlin -- exemplarisch für die kreativität der künstler in dieser stadt. gern als zukunftspotential und wachstumsfaktor dieser stadt gepriesen, als flexible, effiziente, lustvolle selbstausbeuter, gehören die künstler zu den ärmsten schichten der gesellschaft. eine aktuelle studie gibt ein monatliches einkommen unter 856 euro als schwelle zur armut an -- von akteuren in der kunstszene wird diese schwelle längst unterschritten, von den zukunftsaussichten [rente?] ganz zu schweigen. was hat man also von der armut, außer dass sie sexy macht?

aber künstler haben lust und energie, über ihre prekären arbeitsverhältnisse nicht ins jammern zu verfallen, sondern ihre wirtschaftliche lage selbst zu gestalten, eine eigene, neue ökonomie zu entwerfen und visionen für eine kulturgesellschaft zu entwerfen. an diesem nachmittag im podewils'schen palais werden wir ein hoch-kompetentes fachpodium mit fragen, anregungen und impulsen von künstlern konfrontieren:

mit charles guillaume -- verantwortlich für die vermittlung von künstlern bei der arbeitsagentur -- schlagen wir uns durch den dschungel der fördermöglichkeiten von arbeitsförderung, künstlersozialkasse und riesterrente, tipps und tricks zur sozialen förderung inklusive.

mit cornelia dümcke -- kulturökonomin und kulturberaterin, die u.a. derzeit an einem stiftungsmodell zur künstlerförderung arbeitet -- diskutieren wir über zukunftsvisionen für die lebensbedingungen von künstlern: zwischen grundeinkommen und profitablen unternehmertum.

mit barbara kisseler hat zudem eine hochkarätige vertreterin der landespolitik zugesagt. als chefin der senatskanzlei hat die kultur eine vertreterin in zentraler position: wenn der regierende kultursenator und der kulturstaatssekretär darauf verweisen müssen, dass der kulturhaushalt gedeckelt ist, dann besteht aber mit der chefin der senatskanzlei die chance, ressortübergreifend zu diskutieren, wo geld für die künstler -- ob in der arbeitsförderung, im bildungsressort oder... -- in anderen ressorts geholt werden muss.

nimmt berlin -- exemplarisch für die bundesrepublik -- diese zukunftsressource kultur ernst -- dann müssen künstler für die entwicklung dieser ressource, also ihre eigene entwicklung, ideen liefern und die politik die chance der gestaltung ergreifen.

eine initiative der ständigen konferenz tanz, in zusammenarbeit mit dem zeitgenössischen tanz berlin e.v. und der tanznacht berlin. unterstützt durch tesla berlin und das internationale theaterinstitut.

di. 19. dez. 2006 | 20:30 h

was für ein ding ist eine datenbank?

eine diskussion mit jan gerber [pirate cinema], sebastian luetgert [pirate cinema], kobe matthys [agency], moderiert von andreas broeckmann

datenbanken werden ein immer wichtigeres tool, um wissen zu strukturieren und verfügbar zu machen. im zeitalter von google und mysql können gegenstände, die in einer datenbank nicht prominent ausgezeichnet sind, leicht vergessen werden.

der künstler kobe matthys aus brüssel, zurzeit projektresidenzler bei tesla, arbeitet an einer umfassenden datenbank über internationale und historische juristische fälle, die das copyright-recht betreffen. er wird einige der praktischen und theoretischen themen diskutieren, die mit der strukturierung von wissen in datenbanken zusammen hängen, z.b.

- kosmologien, ontologien, taxonomien, klassifikationen, schlagwort ...

- beispiele, wie spezifische eigenheiten implementiert werden können

- quantitative arbeit, copyright-fragen von datenbanken

- archive, museen, publikationen, depots, register, datenbanken

do. 21. dez. 2006 | 20:30 h | probebühne

tesla & friends:

besinnliches beisammensein mit lonski & classen



rückblick und ausblick -- klangcollagen, songs und projektionen -- für
freunde und solche, die es werden wollen.
konzert mit videoprojektion von stroms
www.lonskiandclassen.com